260 °C, 500 °C oder sogar 1.000 °C? Auf den ersten Blick scheint die Temperatur bei der Auswahl einer Dichtung eine eindeutige Antwort zu liefern. In der Praxis ist sie jedoch nur ein Aspekt der Entscheidung.
PTFE weist eine hervorragende Beständigkeit gegenüber vielen Chemikalien auf. Graphit hält deutlich höheren Temperaturen stand und passt sich gut an Unebenheiten der Flanschoberfläche an. Beide Werkstoffe haben jedoch ihre Grenzen.
Temperaturgrenzen verstehen
Je nach Ausführung können PTFE-Flachdichtungen bei Temperaturen von bis zu ca. +260 °C eingesetzt werden. Mit steigender Temperatur nehmen jedoch Kriech- und Relaxationserscheinungen zu. Dies kann zu einer Verringerung der Dichtungsspannung führen, insbesondere bei hohen mechanischen Belastungen oder häufigen Temperaturwechseln.
Graphit wird häufig in industriellen Anwendungen bei Temperaturen von bis zu etwa +500 °C eingesetzt. Es ist komprimierbar, temperaturbeständig und in der Lage, geringfügige Oberflächenunregelmäßigkeiten auszugleichen. Als weiches Material muss es jedoch vor Beschädigungen geschützt werden. Auch das Medium, der Druck und der Sauerstoffgehalt beeinflussen seine tatsächliche Temperaturgrenze.
Die Temperatur allein entscheidet daher nicht darüber, ob eine Flanschverbindung dauerhaft dicht bleibt.
Temperaturwechsel beeinträchtigen die Dichtungsleistung
Beim Erwärmen und Abkühlen dehnen sich Flansche, Schrauben und Dichtungsmaterialien unterschiedlich stark aus und ziehen sich wieder zusammen. Dadurch verändert sich die Belastung der Dichtung innerhalb der Verbindung.
Mögliche Folgen sind unter anderem:
- Kriechen oder Relaxation des Dichtungsmaterials
- abnehmende oder ungleichmäßige Belastung der Dichtung
- Beschädigung oder Verschiebung des weichen Materials
- steigende Leckageraten
- wiederkehrende Undichtigkeit
Entscheidend ist daher nicht nur, welches Material verwendet wird, sondern auch, wie es abgestützt, geschützt und verdichtet wird.
Die Revoseal-Lösung: JG/JP
Die Revoseal JG/JP kombiniert einen robusten Metallträger mit einer anwendungsspezifischen Graphit- oder PTFE-Beschichtung. Ihre erhabenen inneren und äußeren Zähne umschließen das weiche Material, begrenzen dessen Verformung und gewährleisten eine kontrollierte Kompression. Gleichzeitig bilden sie eine zusätzliche metallische Dichtung.
Je nach Trägermaterial und Ausführung eignet sich das JG/JP-System für Temperaturen von −270 °C bis +1.000 °C und Drücke vom Vakuum bis zu 400 bar.
Die Lösung besteht daher nicht einfach nur aus Graphit oder PTFE. Entscheidend ist eine Dichtungskonstruktion, bei der Material, metallischer Träger und Geometrie genau auf die tatsächlichen Betriebsbedingungen abgestimmt sind.


